Monat: Juli 2016

Planet der Affen

Wann wird der Mensch endlich zum Menschen?

Wer waren wir einst – dass wir in diesem unendlichen Hass immer noch aufeinander losgehen können?

Wer sind wir heute- dass wir es immer noch nicht herausgefunden haben, wer wir einst waren?

Wer werden wir sein –wenn wir als menschunwürdiges Wesen einen Planeten mit all seinem Leben endlos missbrauchen?

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Wir geben uns zufrieden, wenn wir etwas zu essen haben und schauen gleichzeitig zu, wie unser Nachbar verhungert.

Wir stillen unsere Triebe, indem wir den Missbrauch verleugnen.

Wir blasen unser Ego auf und sehen darin unsere Großartigkeit.

Wir verwechseln Religion mit Gott, so müssen wir keine Verantwortung für unser Tun übernehmen.

Wir haben unsere Werte gegen Geld eingetauscht, das mehrt sich wenigsten ohne Anstrengung.

Wir packen alles in Schubladen, Vorschriften, Traditionen, Meinungen, damit unser Verstand weiterhin das von Herzen kommende Gefühl unterdrücken kann.

Wir stellen uns täglich auf und über andere, so erkennen wir unsere wahre Größe besser.

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Wir waren einst Gott – was unterscheidet uns heute vom Affen?

Wir verhalten uns heute wie Affen – schau auf dein Smartphone, denn es ist smarter als DU!

Wir werden auch weiterhin Bananen schälen und auf Bäumen leben und uns einreden, dass wir die Krone und das Zentrum der Schöpfung sind – mit einem Diplom, einem schönen Auto und einem großen Haus und einem noch größeren Bankkonto lässt sich das wunderbar kaschieren.

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Wir vermehren uns, wir sind noch nicht genug – das stärkste Rudel beherrscht den Wald.

Wir sind laut, wir stinken, wir haben sicherheitshalber immer eine geballte Faust, wir sind adipös aber so süß– in unseren schicken Gewändern fällt all das nicht auf.

Wir haben herausgefunden, wie man die Wahrheit verdreht und es dennoch nicht Lüge nennen muss.

Wir wissen um unsere Schwächen, so können wir uns gegenseitig besser manipulieren.

Wir haben Angst vor der Dunkelheit und glauben, dass mit dem Tode das Licht ausgeht.

Wir trauen maximal unseren 5 Sinnen – alles andere übersteigt unsere flache Stirn.

Wir schauen in den Spiegel und alles was wir erkennen ist: einen nasenbohrenden Affen, der nicht mehr weiß, wer er ist.

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Du bist ein Mensch, wenn du MENSCHENWÜRDE groß schreibst in deinem Leben.

Du bist ein Mensch, wenn dein Mitgefühl größer als deine Verachtung für deine Spezies ist.

Du bist ein Mensch, wenn du Geld nicht zu deinem Gott im Leben machst.

Du bist ein Mensch, wenn du dein Herz sprechen lässt.

Du bist ein Mensch, wenn du dich von jeder Gewalt distanzierst und Leben mit Respekt begegnest.

Du bist ein Mensch.

DU.

Das WIR Prinzip

Über die Erschaffung der aktuellen Ereignisse

Nizza, Türkei, Würzburg, USA, die Welt – unser Leben eskaliert ganz plakativ und dennoch sehr subtil – all das ist immer noch weit weg – noch. Einige wenige Menschen sind in der Lage, ein System kopfstehen zu lassen. Sind sie nur unsere eigenen systemischen Handlanger, die das ausagieren, was die Mehrheit in ihren Herzen und Gedanken trägt? Ein Donald Trump ist offensichtlich die Verkörperung unserer gesellschaftlichen Entwicklung: die Lüge, der Selbstbetrug, die Show der Oberflächlichkeiten, die Herzlosigkeit, das goldene Kalb Geld, Machtmissbrauch, Demagogie. Es gibt auch hier keine Zufälle: diese Welt bringt nur das zum Vorschein, was wir alle zusammen selber produzieren. Schweigen und zuschauen zählt auch dazu.

All das ist nur ein harmloser Anfang von einer Entwicklung, die später niemand hat vorhersehen können – angeblich. Die Gleise sind gelegt in eine Zukunft, die nur einer kleinen elitären Gruppierung zum Wohle dienen wird – noch extremer als heute schon. Oberflächlich betrachtet will das die breite Masse alles nicht. Jedes Gespräch in unserem eigenen Umfeld kann das bestätigen. Die Extremisten sind nur da draußen. Die Vollpfosten sind immer die anderen – man selber ist edel und gut, hat den Durchblick gepachtet, steht über den Dingen. Wir alle sind jedoch kleine Donald Trumps, die sich ihre Wahrheit zurechtbiegen und mehr oder weniger vehement unser dünnwandiges Ego-Gebäude relativer Wahrheiten stützen, um es vor dem Einsturz zu bewahren.

Unsere tägliche Selbstgefälligkeit, unser Dogmatismus, unsere Lethargie, unser Suchtverhalten, unsere Exzesse in allen Lebensthemen, unsere verdrängten Ängste, unser komplett geldmotiviertes Handeln, Denken, Fühlen – die Liste ist sehr lange – auch in den Reihen der Gutmenschen und selbsternannten Lichtgestalten. Der Schönredner in uns und auch der Schwarzmaler sind verblendete Wesenszüge, die Angst vor ihrer eigenen Wahrheit haben. Was sich da gerade zusammenbraut, kann und darf nicht sein. Und dennoch kommen diese verdrängten Dämonen wie Pilze an die Oberfläche. Ja – der göttliche Spiegel ist da unerbittlich. Nur verstehen oder wahrhaben können das nur wenige Menschen. „Das kann so nicht sein, ich weiß doch, wer Schuld daran hat, esoterischer Blödsinn“.

„Alles ist gut so wie es ist“ mag global betrachtet richtig sein.
„Wir machen alle nur Erfahrungen auf Erden, die jeder ganz für sich persönlich braucht“. Auch richtig.
„Die Erde bleibt immer dieser eigenwillige Ort, an dem Schönheit und Lebensdramen sich die Klinke in die Hand geben – Polarität eben“. Auch ok.
„Der ultimative Aufstieg steht kurz bevor“. Die esoterische Variante von Godot.

Unser freier Wille, unsere Fähigkeit zur kollektiven Manifestation, unsere außergewöhnliche Fähigkeit fühlen und lieben zu können, unser spirituelles Zentrum, das Herz – all das liegt förmlich im Dreck des Daseins. Schaltet man den TV / PC an, fällt einem dieser Dreck energetisch in die Wohnung. Wir vergiften uns täglich mit unserer eigenen Saat. „Nein – ich nicht – ich lebe ganz anders“ – mag sein. Aber die, die bereits anders leben, weil sie für sich etwas begriffen und transformiert haben, gehören dennoch zu dem WIR-Club. Ein Leib und viele Glieder eben – auch hier findet sich die Polarität wieder – wir bedingen uns gegenseitig.

Es geht hier weder um Vorwurf oder Anklage. Mit dem Finger auf irgendwen zu zeigen, funktioniert nicht – ein Leib und viele Glieder eben. Wir zeigen nur auf uns selbst. Wir alle sind Teil eines Systems, das uns alle gemeinsam widerspiegelt – ob wir wollen oder nicht. Es gibt kein „das betrifft mich nicht, das sind die anderen, ich bin auf einem guten Weg“. Ja – da gibt es sehr viele Menschen, vielleicht sogar fast alle, die das Gute suchen und glauben das zu erschaffen. Und dennoch ist der eigene kopfstehende Mephisto nicht weit weg – jeder erschafft sich seine eigene Hölle und manchmal sieht er sie nicht einmal. Wenn wir das Gute wollen, müssen wir es vor dem „Spiegel des Lebens“ vorleben.

Ein Leib und viele Glieder erklärt sich idealer Weise über unseren eigenen Körper. Jede Zelle – jeder Mensch – ist Teil eines sich bedingenden Systems. Eine Wertung ist nicht möglich. Das Herz, unser Motor, mag systemrelevanter als die kleine Fußzehe sein. Und dennoch gehört alles zusammen – unsere Fähigkeit zu fühlen zeigt uns das. Das erklärt uns die Sprache der Krankheit. Ein kleiner Schnitt in den Finger kann unseren ganzen Alltag verändern und dominieren – der Schmerz erhält 100 % unserer Aufmerksamkeit. Ist deswegen unser Leben in Gefahr, wird die Tauglichkeit unseres Körpers deswegen in Frage gestellt? Natürlich nicht. Aber im Moment des Schmerzes spielt das alles keine Rolle. Wir empfinden nur noch Schmerz.

Diese Erde erlebt auch gerade einen intensiven Schmerz. Alles gerät in Aufruhr, vieles wird in Frage gestellt. Ist deswegen das Menschsein – unser Leben – zum Scheitern verurteilt – muss alles noch schmerzhafter werden? Ein klares Nein.

Wenn ein Mensch die Basis seines Seins verliert, wenn sein Herz verschlossen ist, der Verstand und sein Ego ihn in einen Überlebensmodus führen, dann kommen Ergebnisse zum Vorschein, wie die unserer Epoche. WIR sind gerade auch unser eigenes Krebsgeschwür, eine Zelle, die ihre Basisinformation „wer bin ich“ verloren hat. Chaotischer Wildwuchs entsteht, der ein System ins Lebensbedrohliche ziehen kann, wenn zu viele dieser Zellen auftauchen. Wie in dieser Welt.

Menschen, die keinen oder nur wenig Zugang zu ihrem Herzen haben, entwickeln sich gleich einer zerstörerischen Krebszelle, die das ganze System zu vergiften vermag. Ist deshalb die Krebszelle das alleinige Übel, das es zu vernichten gilt? Sicher nicht. So wie Krebs eine Sprache des Körpers mit Signalwirkung ist „ Hallo – wache endlich auf – es ist fünf vor Zwölf – du lebst schon zu lange gegen dich“, so verhält es sich auch mit unserem Menschsein. Wir treiben schon zu lange ein übles Spiel mit uns selbst. Das WIR ist hier entscheidend.

Man muss der Philosophie „Ein Leib und viele Glieder“ nicht folgen. Man kann alles auch aus einer egoistischen Persönlichkeitsentwicklung heraus betrachten – jeder ist eben nur für sich selbst verantwortlich. Dass dieses auch ein fataler Selbstbetrug sein kann, sieht man allerdings schon an der Abhängigkeit eines jeden Einzelnen von einem funktionierenden Gesamtsystem. Das Geld auf dem Konto haben, den Strom aus der Steckdose beziehen, mal eben shoppen gehen und die Welt da draußen sein lassen, wie sie ist. Geht das langfristig gut und funktioniert das für jeden von UNS? Sicher nur nach dem Modell „Wir sitzen alle in einem Boot – die einen rudern, die anderen fahren Wasserski dabei“.

Das WIR entscheidet gerade über sich selbst. Unser Körper hat einen sehr effektiven Selbstheilungsmechanismus. Dieser funktioniert umso besser, wie der Mensch in der Selbstliebe und Selbstachtung ist und sich selbst die Aufmerksamkeit zuteilwerden lässt, die es gerade braucht. Wer sich in den Finger geschnitten hat, wird wohl kaum noch mit dem Hammer draufhauen, um den Zustand zu verbessern. Der Mensch jedoch wirft Bomben, er haut drauf und wundert sich, dass nur noch mehr Schmerz entsteht. Von besonderer Klugheit zeugt dieses Verhalten nicht.

Das Volumen des eigenen Bankkontos erzeugt eine Scheinsicherheit und gilt als Ausdruck von besonderer Leistungsfähigkeit – Erfolg genannt. Mit Egoismus, Hass und Aggression verhält es sich ähnlich. Diese überschäumende Emotion vermag einen Menschen völlig verblendet einen Irrweg gehen lassen und das im Glauben, absolut das Richtige zu tun. Die Außenstehenden schauen nur fassungslos zu und verstehen nicht, was gerade geschieht. Jeder Krebspatient kennt dieses Gefühl. Warum ich? Was habe ich denn falsch gemacht?

Das WIR besitzt die Fähigkeit zur Selbstheilung. Dazu muss man sich aber als WIR verstehen. Im Alltag, zu Hause, am Arbeitsplatz, überall. Das WIR kann achtlos aneinander vorbeigehen und die Spinner da draußen machen lassen – bis zum Tag der „globalen Erkrankung“. Wenn das System plötzlich ins Wanken gerät, spürt jeder, dass es ein WIR gibt. Spätestens dann, wenn das geliebte Bankkonto die Energie, auf die alle bauen, nicht mehr hergibt, wird das WIR im Außen genauer angeschaut. Das WIR wird dann um Hilfe gebeten, dass große Jammern ist angesagt.

Wenn eine Karikatur des Kapitalismus wie Donald Trump zum mächtigsten Mann dieser Erde avanciert, dann sollte das WIR sehr schnell reagieren. Ein passender Sonnensturm und der Strom ist weg, die Show ist vorbei – global. Ob Gott sich so in unser Spiel einmischt? Vielleicht – vielleicht aber auch nicht.

Im Moment scheint es so, als bräuchten wir diesen Donald. Unser kleines Entenhausen will wachsen und etwas erwachsener werden. Das WIR holt sich immer die Führer an den Spieltisch, die das Rad der Geschichte dem globalen Bewusstsein entsprechend nach vorn treiben – Mephisto lässt grüßen. Vorne lag allerdings in der Vergangenheit mehrheitlich an sehr düsteren Orten.

Solange der eigene Kühlschrank voll ist und das WIR für den eigenen Vorteil da ist, kann man sehr locker über den Dingen stehen. Das gilt auch für alle spirituellen Betrachtungsweisen, die spätestens dann zusammenbrechen, wenn das WIR die persönliche Komfortzone nicht mehr hergibt. Egoismus ist kein guter Ratgeber – Selbstliebe schon.

Wer sich selber lieben kann, wird auch auf andere diese Liebe übertragen können. Daraus nährt sich das WIR, es gesundet an dieser Liebe. Es ist genau diese Liebe eines jeden Einzelnen, die jetzt gebraucht wird, die ein krankes System heilen wird. Wer sich selber liebt, diese Liebe verschenkt, wird auch von einem gesunden WIR profitieren. Wer sein Handeln jedoch rein profitabel ausrichtet, Kosten und Nutzen abwägt, die Faust zur Sicherheit jederzeit bereithält, und im Spiegel seines Egos nur ein ICH erkennt, der wird auch erleben müssen, dass es kein persönliches Glück ohne ein gesundes Kollektiv geben kann.

Die Illusion der Getrenntheit von Gott – dem großen WIR – wird gerade im Menschsein erneut auf die Probe gestellt. Zu welchem Preis wollen wir alle, jeder einzelne für sich, dieses Getrenntsein weiterhin aufrechterhalten? Das WIR ist nur ein Angebot an uns alle.

Ein gesunder Körper/Geist ist vielleicht das größte Glück im Menschsein. Wir erklären uns darüber gerade selber das Spiel des Lebens. Wir haben die Wahl und das jederzeit!

Energie folgt immer unserer Aufmerksamkeit.

WIR manifestieren über unsere Gedanken, Worte , Taten und Gefühle ein Welt, die WIR entweder hassen oder lieben. Das WIR ist ein Schöpfungsprinzip, das dem Individuum jeden Freiraum zur Persönlichkeitsentwicklung läßt, geborgen in einem Kollektiv, daß alles nährt und bewahrt.

Thomas

Darf´s noch etwas Hölle sein oder hast Du Lust auf Liebe?

Über Selbstliebe, Ying und Yang und einer Tür in die Freiheit

Wir sollten nicht leichtfertig mit der aktuellen Situation umgehen. Der Schein der Ruhe trügt. Es befinden sich einfach zu viele Menschen im Dämmerzustand und sehen die Zeichen der Zeit nicht. Die Geschichte hat den traurigen Beweis der kriegerischen Zyklen geliefert, in die der Mensch immer wieder hineinrutscht. Wir leben in einer solchen Phase. Das Ungleichgewicht in dieser Welt ist extrem. Kriege im Außen sind wie Krebs im Inneren: ein Aufschrei des Lebens, wenn der Organismus gegen sich lebt. Wer das Böse bekämpft, bekämpft letztlich nur seine eigenen Schatten, die man so wie sie sind, nicht akzeptieren will.

Das schwarzweiße Yin Yang Symbol verkörpert unseren eigenen polaren Zustand. Diese zwei Seiten einer Medaille ergeben nur ein Ganzes, wenn sie in der Harmonie und nicht in der Getrenntheit sich zu einer Einheit zusammenfügen. Unser göttlicher Ursprung ist All-Eins-Sein. Dieses ungeteilte Sein ging einst bewusst in die Trennung, die wir im Menschsein als Polarität erfahren. Weiß bedingt Schwarz, Gut bedingt Böse, Liebe bedingt Angst. Beide Seiten ergeben das ganze Ursprüngliche. Eine Bewertung oder Verurteilung dessen bedeutet, einen Kampf gegen sich selbst zu führen. Wer soll diesen Kampf jemals gewinnen? Dieser Kampf gegen die dunkle Seite bedeutet nur, unendlichen Kampf aufrecht zu erhalten, bis zu dem Moment der großen Erkenntnis. Dieser Zeitpunkt ist JETZT!

Jeder Mensch verurteilt etwas in sich – auch unbewusst. Die Reflektion im Außen wird durch das Kollektiv genährt – wir verurteilen uns unheimlich gerne gegenseitig. Das Prinzip von Nicht-Liebe dominiert diese Welt seit langer Zeit. Das ist jedoch nur ein Zustand im göttlichen Sein. Ein Gott, so wie wir ihn anbeten und glauben zu erkennen, wird nicht eingreifen. Dieser Gott schaut einfach seiner eigenen Schöpfung, einem Teilaspekt von sich selbst, nur zu. So lange, bis dieser göttliche Teilaspekt Mensch erwacht und seinen eigenen Ursprung wieder erkennt. Ein Kampf im Namen Gottes zu führen entspricht kindlicher Naivität. Ein Gott kann und wird sich nicht selber auslöschen. Das war nie Absicht einer polaren Erfahrung. Das einmalige Gefühl des Getrenntseins von sich selbst schon. Genau darum geht es. Die Akzeptanz einer einmaligen Erfahrung, die eine Seele im Rahmen eines Inkarnationszyklus durchlebt: getrennt von sich selbst zu sein– dem eigenen göttlichen Ursprung.

Diese Erfahrung machten viele vor uns und auch noch viele nach uns. Erde ist ein Spielplatz mit polaren Erfahrungen, die ein Individuum hier sammelt. Es ist eine Gnade, die sich ein Gott selbst erweist. Über eine scheinbare Trennung von sich selbst, eine polare Illusion zu durchleben. Wer aber hat entschieden, dass Polarität überwiegend aus Grausamkeiten, Ungerechtigkeit, Krankheit, Mangel und all den Dingen besteht, die der unbewusste Mensch ablehnt und dennoch täglich durchlebt? Es war der Mensch selber, der sich seine eigene Hölle erschaffen hat. Erst die Polarität hat diese Sucht nach dunklen Extremen ermöglicht. Die Illusion, etwas Gegenteiliges zur Liebe durchleben zu können, wurde zum Fluch dieser Erde und zum Verhängnis vieler Seelen. Gleich einer sich immer mehr zuziehenden Schlinge, versucht das Menschsein sich selber zu erwürgen. Physisch mag das auch gelingen. Wir aber sind Bewusstsein, unser Körper ist nur unser temporäres Gefährt für die befristete Existenz in der Materie. Innerhalb dieser Materie, dem Aufenthalt auf dieser Erde, erschaffen wir dennoch Fakten, die sich auf allen Ebenen unseres Seins auswirken. Ein Mensch kann sich zwar selber töten, er wird dennoch keinen Tod im absoluten Sinne dabei erfahren können. Im Gegenteil. Der so selbst erschaffene Schmerz, das Prinzip Liebe auf Erden, trotz Trennung, nicht erkannt zu haben, treibt ihn immer wieder von neuem in diese Erde hinein, um seine eigene Erlösung zu realisieren. Genau das versuchen gerade wieder einmal sehr viele Seelen – mit den falschen Werkzeugen.

Leben ist keine göttliche Fehlkonstruktion. Leben ist Evolution – vorwärtsgerichtet. Die Natur zeigt uns das. Der Mensch jedoch hat zusätzlich einen freien Willen erhalten. Und er rennt wie ein Lemming immer und immer wieder in die Dunkelheit, um sich dort selbst zu töten. Gott schaut nur zu, gleich seinem eigenen Kind, dass durch Hinfallen und Aufstehen das Gehen erlernt. Wir können uns alle auch weiterhin sehr ungeschickt anstellen und uns noch ein Weile gegenseitig an die Gurgel gehen, unsere Egos nähren und aufblasen und uns toll dabei finden. Gott schaut uns nur zu, wie ein gütiger Vater, der alle Zeit dieses Universums hat. Wir aber unterliegen der Illusion der Zeit. Unsere Uhr tickt gerade wieder sehr laut. Wer drückt zuerst auf den roten Knopf und entfacht wieder einmal ein alt bekanntes Höllenfeuer? Wir könnten auch zur Abwechslung erwachen – etwas – nur ein klein wenig. Gerade so viel, um zu erkennen, dass wir kein Höllenfeuer mehr benötigen.

Polarität ist ein Konstrukt. Eine Illusion, die unterschiedliche und gegensätzliche Erfahrungen dem Menschenkind ermöglicht. Innerhalb dieser polaren Illusion hat jeder Mensch die Chance, sich für seinen Platz zu entscheiden. Dieser kann im Extrem, in der Einseitigkeit liegen oder auch in der Ausgewogenheit. Extrem lichtvoll, extrem dunkel oder auch „nur“ gleichförmige Ausgewogenheit beider Elemente. Nichts davon wird von Gott verurteilt. Alles ist gut so, wie es ist – in einer absoluten Betrachtung. Wir haben jedoch den freien Willen erhalten, den wir nutzen sollten, aus Sicht eines Menschen, der in der Polarität „freiwillig verhaftet“ ist und immer noch nach seiner Befriedigung sucht.

Die Mehrzahl der Menschen lebt die innere Sehnsucht nach Frieden, Glück, Gesundheit, Wohlstand, Freude, Lebenslust. Gleichzeitig erschafft diese Mehrheit das exakte Gegenteil im Außen. Das Paradies Erde findet im Moment nicht statt. Hölle ist angesagt. Es ist die innere Zerrissenheit aller Menschen, ihre eigene innere Hölle, die sich im Außen permanent manifestiert. Die Jagd nach dem Geld, das Streben nach Macht, das Aufrechterhalten falscher Gottesbilder sind nur einige der Illusionen auf Erden, die den Menschen permanent in die Hölle jagen. Er zelebriert unaufhörlich seine eigene Angst, er flieht vor einem unsichtbaren Dämon, er flieht vor seiner eigenen Fähigkeit zu lieben. Alle wollen sie, jeder sucht sie, keiner findet sie dort, wo er sucht: im Außen.

Die Liebe, um die es gerade geht, ist in uns. Unsere Selbstliebe ist Teil unserer Selbstbefreiung – das Tor in die absolute Freiheit. Nur wer sich selbst zutiefst von Herzen liebt, kann auch andere Menschen und das Leben an sich lieben. Dieser Mensch wird nicht anders können, als seine Liebe für das Leben verströmen zu lassen. Dieser Mensch kann nicht töten, er wird auch nicht werten und verurteilen, denn er hat sich selbst erkannt.

Darum geht es gerade. Erkenne dich selbst: wer du bist, woher du kommst, was dein wahrer Ursprung ist. Und der Kampf auf allen Ebenen hört auf. Licht und Freude zieht wieder ein in die eigene Dunkelheit, die wir alle gemeinsam so lange genährt haben. Es ist unser Wahl, wie die kommende Zeit verlaufen wird. Wir können den alten Dämon der Angst weiterhin nähren und so das Prinzip einer self-fulfilling prophecy weiterhin nähren. Darauf stehen sehr viele Menschen, wenn der orakelte Dämon dann endlich wieder in Erscheinung tritt. Oder wir versuchen mal was Neues. Du triffst gerade jetzt diese Wahl: an deinem Arbeitsplatz, in deiner Familie, überall auf der Welt, zu jeder Zeit. Integriere all deine Schattenseiten, liebe dich dafür. Entscheide dich erneut, was du tatsächlich alles (er-)leben möchtest aus der Kraft deiner Liebe heraus und nicht aus dem Getriebensein deiner Ängste.

Das Tor in unsere Freiheit ist zum Greifen nahe, der Abgrund in die vertraute Hölle auch. Wir entscheiden gerade alle zusammen über unsere eigenen Gedanken, Worte, Taten und Gefühle, in welche Richtung unser gemeinsamer Weg geht.

Liebe wieder dich selbst und das Leben wird dich lieben. Der göttliche Spiegel macht´s möglich.

Thomas