Dein Gewinn liegt in der Toleranz Dir gegenüber

Der Sieg von Conchita Wurst beim ESC
 
Die Musik war klasse, die Performance prima – diese Frau hat die Herzen der Menschen erreicht, und das mit einer Botschaft von Liebe und Toleranz wider die Diskriminierung. Die Sache hatte nur einen Haken bzw. Bart – Sie ist ein Er – bzw. ein Transvestit. Etwas schockiert und dann vielleicht amüsiert fühlten sich vermutlich viele Menschen zuerst – da lief gerade etwas abseits jedweder Norm. Spannend für mich war jedoch die Ausstrahlung von „Es“: da stand ein Mensch vollkommen authentisch vor einem Millionenpublikum, wohl wissend ein „Alien in der 3. Person“ in den Augen anderer Menschen zu sein und gibt aus ganzem Herzen sein bestes. Und das ohne selber provokant zu sein. Ja genau – ohne zu provozieren. Da steht ein Mensch gegen fast 7 Milliarden „Normale“ und liefert unter diesem Druck diese Leistung ab. Es ist mir wirklich „Wurst“, welche sexuelle Grundhaltung sich in diesem Menschen bzw. allen Menschen verbirgt. „An ihren Taten werdet ihr sie erkennen“ lautet ein weiser Satz. Jetzt darf sich jeder selber einmal fragen, ob es eigene Bereiche gibt, die man endlich zum Leben erwecken sollte. Ich meine damit nicht die Sexualität, sondern die verborgenen Talente, die klare Meinung von Herzen zu einem bestimmten Thema etc. Viele Menschen tragen etwas in sich, für das sie sich schämen oder sich nicht trauen, damit ins Leben zu gehen. Und sie verschenken so ihr eigenes Potential. Was andere über sie denken, hat einen höheren Stellenwert, als die eigene Befreiung. Ein stilles Gefängnis, das keiner sieht. Der Mensch lebt also gegen sich oder nur auf Sparflamme, nur um nicht von der breiten Masse verurteilt zu werden. Und hier liegt die nächste Erkenntnis: die breite Masse hat „Ja“ zu Conchita gesagt. Der Mut des Einzelnen über diese selbst gesetzte Hürde zu springen, hat den Sieg gebracht. Es muß ja nicht gleich der große Auftritt sein in Deinem Leben. Kritiker wird es immer geben – egal was Du tust, wo Du herkommst, wie Du aussiehst. Halte es für möglich, daß Deine bisher versteckte Gabe für viele andere Menschen ein Gewinn sein könnte – ganz zu schweigen von Dir selber. Die gesellschaftliche Norm darf für Dich nicht zum Alibi werden, Dich nicht voll und ganz authentisch werden zu lassen. Eine Norm ist gut für die ersten Meter in einem jungen Leben. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo genau Deine Individualität gefragt ist. Viele kaschieren diesen Ausdruck nur über Mode – das ist nicht wirklich authentisch – Mode spielt sich in der Herde ab. Auf das „darunter“ kommt es an. „Ob Du einen Hintern in der Hose hast“, könntest Du für Dich einmal ausprobieren. Du mußt dabei niemanden provozieren, aber laß auch nicht zu, daß das Leben Dich provoziert, endlich die anstehenden Schritte zu unternehmen. Sei Dir selbst Dein bester Freund.

Ein passender Beitrag zum Thema: „Glück erfahren durch Authentizität“

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5 Kommentare

  1. Guten Morgen Echnatom…..ich hab grad ein bisschen hier gestöbert und hab die Pixar-Filmchen….entdeckt, ich bin auch ein Fan von den Filmen.

    Hier ein Filmausschnitt mit Tiefgang, zwar kein Pixar aber auch gut. 😉

    Ich setzt dieses Kommentar hier rein, weiß nicht recht wo hin damit. 🙂

    Liebe Grüße

  2. Hallo

    der Ort paßt schon und vermutlich noch besser zu meinem nächsten Beitrag evtl. morgen.
    Leider habe ich noch nicht herausgefunden, warum der Titel im Blog geblockt wird.
    Der Schlussatz des Dialoges ist sehr treffend für uns alle gerade.

  3. Lieber Tom!

    Ich brauchte einige Zeit, bis ich mein Inneres Unbehagen, das mich machtvoll beschleicht und urgründig in mir wühlt, wenn ich das Bild dieser „Conchita Wurst“ in mir wachrufe, in Worte gebracht habe. Manche Dinge, die einen intensiv beschäftigen, können erst „erlöst“ werden, wenn diese aus dem Bereich der Empfindung in den mentalen Bereich der Sprache hereingeholt werden.

    Ich sehe mich selbst als einen „SPIRITuellen“ Menschen. Nicht weil ich „auch“ spirituell bin, sondern gerade deshalb und erst recht meiner Spiritualität wegen ist es erforderlich, in den Dingen klar Stellung zu beziehen und eine eindeutige Position einzunehmen und nach Außen auch zu vertreten.

    „Du als ‚Spiritueller‘ müsstest das ja tolerieren“ – höre ich schon die vorwurfsvolle Frage des gedachten Gegenüber an mich. Wie bitte? Ich „muss“ gar nichts, auch als „Spiritueller“ nicht, schon erst recht nicht alles einfach so tolerieren. Im Gegenteil. Gerade als Spiritueller bin ich dazu aufgerufen, mein verstandesgestütztes kritisches Unterscheidungsvermögen einzubringen und einzusetzen, die Dinge nicht nur zu hinterfragen und in Frage zu stellen, sondern ggf. auch n i c h t „gut“ zu heißen – was nichts anderes bedeutet, als dass ich es eben n i c h t toleriere.

    „Nimm das alles doch nicht so ernst, lege doch nicht alles so auf die Goldwaage“, wäre der womögliche Einwand, den ich jetzt bereits höre. Doch ich setze dagegen: Nicht alles ist Gold, was glänzt – und vieles davon ist dem Menschen nicht nur un-dienlich, sondern geradezu schädlich. Indem es mir wirklich „ernst“ damit ist, spirituell wahrhaftig zu sein, sind manche Dinge eben auch sehr „ernst“ zu nehmen … Nicht alles braucht „abgesegnet“ zu werden allein deshalb, weil es in der Welt ist. Und das, was von seiner Essenz und Herkunft her ein „Un-Segen“ ist, sollte als solcher auch klar entlarvt und gekennzeichnet werden. Deshalb „stehe ich hier und kann nicht anders“, als mit Bewusstsein und Nachdruck Position zu beziehen und auszurufen: „Nein! Im Namen unserer Kinder und Jungend, das toleriere ich nicht!“

    In diesem Zusammenhang ziehe ich einmal das Beispiel der Kindeserziehung heran. Ob man selber spirituell ist oder nicht – es ist bei der Kindeserziehung unabkömmlich, den Kleinen Grenzen aufzuzeigen. Das Setzen von Grenzen ermöglicht dem Kinde erst die Erfahrung eines Schutzraumes der Fürsorge und Geborgenheit, innerhalb dessen es sich selbst als Kind behütet im Spiel & Erkunden erleben darf. Hätte es keine Grenzen im Streben nach Ausdruck, erführe es Ohnmacht und Hilflosigkeit ob der Überforderung unübersichtlich gewordener Möglichkeiten – und entwickelt sich zu einem „kleinen Tyrannen“ …

    Und wie im Kleinen – so auch im Großen … Gerade ein Spiritueller Mensch hat auch im Außen Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört es auch, aufzuzeigen, wo Grenzen gezogen werden müssen. Mit der „Conchita-Wurst“ wurde nicht nur eine Grenze des guten Geschmacks überschritten. Wenn es nur das wäre, dann wäre mein Beitrag hier gegenstandslos. Nein, sondern eine Grenze zum destruktiven „Feld“ der SCHÖPFUNGsverleugnung und –verhöhnung, der Verkehrung und Pervertierung des SCHÖPFERischen Ur- und Grund-Gedankens: das „Anti-Sein“, das „Wider-Sein“ der Hintertreiber der SCHÖPFUNG. Toleranz stößt dort auf seine Grenzen, wo sich der Raum zum besagten „Feld“ eröffnet …

    „Entwurf“ und „Konstruktion“, „Produktion“ und „Installierung“, Propagierung und „Hypisierung“ der „Conchita Wurst“ wurden von diesem „Feld“ aus getätigt …

    Im weiteren verweise ich auf meinen Beitrag bei MERLINERs zum Thema:
    http://energy.siteboard.eu/t5854f2067-Conchita-Wurst-oder-warum-mir-eben-nicht-alles-quot-wurst-quot-ist.html#msg72577

    Mit mal ganz unverwursteten besten Grüßen

    Christian

  4. Lieber Chris,

    Ich finde es prima, wie intensiv du das Thema reflektierst, um deine Wahrheit darin zu finden. Um nichts anderes geht es grundsätzlich in allen Dingen des Lebens, aber auch bei CW. CW lebt genau das gleiche in ihrer Überzeugung. Anfangs war ich auch auf deiner Spur. Ich dachte nur an krasse Marketing Methoden und eine immer verrücktere Welt. Als ich den Song jedoch bewußt hörte und mir den gesamten Auftritt mal mit meinen „Werkzeugen“ angesehen habe, kam ich zu dem Ergebnis meines Beitrages. Erst einige Tage danach habe ich ein Portrait von CW gesehen und fand mich erneut bestätigt. Die Botschaft hat für mich etwas mit Liebe, Toleranz, zu sich stehen und authentisch sein zu tun.

    Ich sehe im Sieg von CW meine Ansätze, die ich im Blog hier weitergebe bestätigt. Es gibt diesen göttlichen Spiegel. Und wir alle „produzieren“ die Conchitas dieser Welt mit. Jedes Extrem bedingt ein anderes Extrem – das sind fixe Gesetzmäßigkeit (siehe meine Kinoliste „The Unbreakable“). Und die Botschaft dieses Tom Neuwirth kann ich keineswegs einer dunklen Ecke zuschreiben. Damit wäre jeder andersartige Mensch per se ein Botschafter der Dunkelheit – so einfach läßt sich Leben nicht erklären und durchschauen – letzteres ist sowieso niemals möglich. Warum es z.B. Homosexualität gibt – sogar im Tierreich kommt das vor und nicht nur unter Affen – könnte man jetzt lange erörtern. Ich kürze es auf den für mich stimmigsten Nenner ab. Alles ist göttlichen Ursprunges. Alles basiert irgendwie auf den hier beschriebenen göttlichen Gesetzmäßigkeiten. Wir dürfen uns selber im menschlichen Drama erkennen und befreien. Solange Menschen aus der Liebe heraus handeln, ist zumindest ihre polare Seite im Spiel eindeutig. Ich selber bin als Mensch durch die scheinbare Provokation im Außen aufgefordert meine Innenwelt zu ergründen. Was glaubst du, welche menschliche Dramen in Familien bisher entstanden sind, nur weil verquere Moralvorstellungen die Realität des Lebens verleugnen? Ich kenne selber katholische Familien, wo ein Elternteil seine Homosexualität verleugnet hat und als Schein-Hetero den Anschein wahrt. Die dortige Folge waren z.B. ein homosexuelles Kind und ein dauerhaft verhaltensgestörtes Kind – heute Erwachsene mit heftigen Problemen (nein + ich werde hier keine Diskussion über meine „unwissenschaftliche“ Aussage weiterführen – es ist nur eine Beobachtung).

    Homosexualität ist keine Krankheit – sie ist ein Zustand wie schwarz, weiß, gelb.
    Sie ist auch kein evolutionärer Normalzustand – der Mensch wäre ausgestorben.
    Vielleicht hat die wechselnde Inkarnationsform, ob zuvor als Mann oder Frau einen erheblichen Anteil daran. Es ist nicht wirklich wichtig. Aber unsere eigene Toleranz gegenüber dem Leben per se ist wichtig.

    Über die Gründe, warum Menschen so sind, kann man lange diskutieren. Gehe einfach nur in die „normale“ Andersartigkeit – in deine z.B. Deine Nachbarn, Kollegen etc. werden garantiert etwas an dir finden,was in ihren Augen nicht normal oder gar unmöglich an dir ist. Und genau das ist der Mensch in seiner unfertigen Art. Fast 7 Milliarden zeigen mit ihren Fingern auf die anderen und erkennen sich selber im Spiegel nicht.

    Und das ist einfach nur meine Wahrheit. Und die mußte ich mir auch erst einmal erarbeiten. Ich selber habe genügend Themen mit Null Toleranz in mir – besonders bei Dingen der dunklen Seite – nach meiner Definition. Je mehr man weiß, umso mehr erkennt man (ich), daß man gar nichts weiß. Alle meine Versuche hier bleiben letztlich nur Versuche, etwas unerklärliches genannt Leben zu deuten. Mehr ist es nicht.

    Der Untergang unserer Kultur ist derzeit von ganz anderen Dingen bedroht.
    Danke für deinen Beitrag.

  5. Lieber Sachsenchris, viele Aussagen in deinem Kommentar kommen mir sehr bekannt vor. Ich hatte mich auch furchtbar aufgeregt. Das Bild von CW hat in mir äußerste Verwirrung gestiftet. Ich konnte es nicht einordnen. Spontan kam dann auch meine deftige Reaktion, die in meiner Familie heftige Gespräche ausgelöst hat. Kann man das in einer so breiten Öffentlichkeit senden? Was steckt dahinter? Kalkuliertes Marketing oder überzeugtes „Anderssein“? Wer das sehen will, soll in eine Travestieshow gehen!? Wie erklärt man das den Kindern? Usw. All die Ansätze, die du auch genannt hast.
    Dann kam ihr Auftritt und den fand ich irgendwie sehr ehrlich. Deshalb war ich erst mal still.
    Ein paar Tage später war ich mit meiner kleinen Tochter beim Einkaufen. Sie sah auf einer Zeitschrift das Bild von CW, riss die Augen auf und wollte wissen, was DAAAS ist. Widerwillig erklärte ich ihr die Situation. Nach einer kurzen Weile zuckte sie mit den Schultern und sagte:“Naja, kann ja jeder machen wie er will. Oder?“ Daraufhin sagte ich sehr mechanisch: “ Genau!“ und das Thema war für sie durch. Damit liegt sie sicher auch richtig und ich kam mir sehr klein vor in meiner Intoleranz.
    Und trotzdem gibt es da für mich noch eine andere Seite. Wie immer eigentlich. Ich sah eine Pressekonferenz von Frau Wurst, über die ich mich wieder sehr aufgeregt habe. Da wurde ihr Erfolg als Sieg für unser freies Europa und als eindeutiges Signal an die Putins dieser Welt verkauft und die Aufrichtigkeit, die ich bei ihrem Auftritt gefühlt hatte, war sehr weit weg. Da waren wir also wieder in der simplen Schwarz-Weiß-Einteilung und der politischen Propaganda!
    Ich bin mir nicht sicher, ob sich eine Person des öffentl. Lebens dieser Form der Vermarktung entziehen kann. Das finde ich so fürchterlich und gibt mir kein gutes Gefühl!
    Liebe Grüsse! Anja

Kommentar verfassen - trau Dich + drücke Dich aus - Freischalten kann einige Std. dauern - sonnige Grüße Thomas

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